Iter ad paradisum

Wenige Wochen vor dem ersten Trainingslager der Saison auf Mallorca zielen die Vorbereitungen der Mannschaftsleitung besonders auf die geistige Rüstung der Athleten. An ihr Herz gelegt wurde das berühmte siebzehnte Kapitel aus dem Standardwerk von Thomas von Kempen, welches wir hier gerne in der eigenen Edition der Mannschaftsleitung wiedergeben.

Thomas von Kempen

17. Kapitel

Von dem Leben des Teams im Trainingslager

Noch in vielen Dingen mußt du deinen Eigensinn brechen lernen, wenn du in Frieden und Eintracht mit anderen trainieren willst. Es ist nichts Kleines in Trainingslagern oder andern Klöstern ohne Widerrede und Klage zu leben und darin bis zum Ziel auszuhalten, ohne sich selbst untreu zu werden. Wohl dem, der in irgend einem Trainingslager heilig lebt und das wichtigste Rennen der Saison selig endet! Willst du im Guten festen Fuß fassen und immer vorwärts wandeln, so mußt du dich stets als einen Fremdling, als einen Pilger auf Erden ansehen. Willst du ein teamseliges Leben führen, so mußt du um der Mannschaftsleitung willen es leiden können, daß man dich für einen Toren hält.

Denn das Teamtrikot und die Beinrasur tun es nicht. Aber Sinn und Wandel geändert und alle bösen Neigungen in sich getötet zu haben, das macht das wahre Teammitglied aus. Wer in Trainingslagern etwas anderes sucht als heiligen Teamgeist allein und das Heil seiner Seele, der wird nichts finden als Plage und Herzeleid. Es kann auch mit deinem Frieden keinen Bestand haben, wenn du dich nicht mit der untersten Stelle begnügen und für den letzten am Berg kannst ansehen lassen.

Zu trainieren bist du gekommen, nicht zu herrschen. Überleg es doch einmal, leiden und arbeiten ist dein Beruf, nicht Müßigang und törichtes Geplauder. Das Trainingslager ist eigentlich ein Glutofen, darin der Athlet wie das Gold im Feuer geprüft wird. Wer nicht aus Liebe zur Mannschaftsleitung von ganzem Herzen sich demütigen kann, der wird nicht lange darin aushalten.

Berge in Berlin oder: 400m in drei Minuten

Like an army falling one by one by one, summte die Mannschaftsleitung vor sich hin, während das LEIDIG24 TRIATHLON TEAM sich beim sonntäglichen Bergtraining den Berliner Skihang am Teufelsberg hochbewegte. Sie bewegten sich, von Laufen konnte nicht wirklich die Rede sein, selbst der 2:29 Marathon-Mann schaffte die 400m-Laufstrecke, die achtmal zu bewältigen war, ein einziges Mal mit etwas über 10 km/h. Die anderen blieben eher im 8 km/h-Bereich. Verständlicherweise hatten vor der Einheit einige Athleten Urlaubsanträge gestellt bzw. amtsärztliche Atteste eingereicht. ‘Schade eigentlich’, so die Mannschaftsleitung, ‘wir hätten gern mehr von diesen Überholmanövern 7,8 gegen 8,2 km/h gesehen. Schöne Szenen oben beim Ziel, genau wie in unserem Lieblingslied: Sinking down and waiting for a chance to feel alive.

Skihang am Teufelsberg

Sieht doch ganz harmlos aus. Schnee lag heute auch nicht. Achtmal 400m, eigentlich lächerlich, meinte die Mannschaftsleitung.

Holmes Place Neue Welt Running Club

swim2010

Proudly powered by WordPress
Theme: Esquire by Matthew Buchanan.