Erste Bilanz am Briesensee

Beim ersten Höhepunkt dieser Saison, dem 17. Spreewald-Triathlon (2,2-84-20 km), erreichte Leidig in 4 Stunden und 40 Minuten den 37. Platz. Er kam 26 Minuten nach Sieger Christian Kittler auf dem Zahnfleisch ins Ziel. »Da wäre mehr dringewesen«, schimpfte die Mannschaftsleitung, »nach der guten Radleistung mit 37 Stundenkilometern liegt er aussichtreich auf Platz 33 und hätte mit einer für ihn durchschnittlichen Laufleistung noch viele Plätze gutmachen können.« Aber nach den ersten 10 Laufkilometern kam der Hammermann: Ausgebrannt benötigte Leidig für die restlichen 10 Kilometer über 51 Minuten, eine Zeit, die er im Training sonst auf einem Bein rückwärts unterbietet. Nicht mal bei den 30 Kilometern vom Sachsenman war er so langsam.

Vor der zweiten Saisonhälfte mit dem Höhepunkt Berliner Meisterschaften auf der Mitteldistanz muss Bilanz gezogen werden. »Lieber nicht«, meinte die Mannschaftsleitung, »bei 5 Berlin-Cup-Läufen nur ein Sieg in der Altersklasse, Platz 18 und 37 bei den Triathlons. Für die zweite Saisonhälfte wird nur himmlischer Beistand helfen. Wir verlieren allerdings den Glauben.« Leidig offenbar nicht. Er beharrt auf seinem Trainingsprogramm, dessen Ziel er bei Jesaja 40:31 findet: »daß sie laufen und nicht matt werden«. Aus gut unterrichten Quellen heißt es, Leidig liegen keine Vertragsangebote vor. Nicht mal Lamonta hat angerufen.

Leidig ohne Killerinstinkt

Beim 40. Berliner Berglauf erreichte Leidig in 29:07 Minuten den fünften Platz, mit weniger als einer Minute Rückstand auf Sieger Olaf Haller war dies das bisher beste Ergebnis beim diesjährigen Berliner Läufer Cup. Die Mannschaftsleitung zeigte sich dennoch unzufrieden: »Da rennt er sechs Kilometer in der Spitzengruppe mit, hat bei beiden letzten Anstiegen die Konkurrenz wie auf dem Präsentierteller vor sich. Was passiert? Kein Angriff, nichts. Läuft bloß den fünften Platz nach Hause als wär das eine Yoga-Übung. – Dafür gibt es keinen Heimaturlaub, heute nachmittag sind nochmal eine Stunde Schwimmen und 80 Minuten Ergometer.« Schon vor dem Rennen hatte Leidig merkwürdig friedfertige Züge gezeigt und hatte beim Einlaufen zwei Schnecken von der Laufstrecke umgesetzt. Nach dem Rennen erinnerte er daran, daß dies alles Vorbereitung für dem Wettkampf am Briesensee sei, er mit Formsteigerung und Gesundheit zufrieden sei. Anschließend absolvierte er Schwimmtraining und Ergometer mit Gelassenheit und zitierte Bashô: »Im sechsten Monat / legt auf den Gipfel die Wolke / der Arashiberg.«

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