Berge in Berlin oder: 400m in drei Minuten

Like an army falling one by one by one, summte die Mannschaftsleitung vor sich hin, während das LEIDIG24 TRIATHLON TEAM sich beim sonntäglichen Bergtraining den Berliner Skihang am Teufelsberg hochbewegte. Sie bewegten sich, von Laufen konnte nicht wirklich die Rede sein, selbst der 2:29 Marathon-Mann schaffte die 400m-Laufstrecke, die achtmal zu bewältigen war, ein einziges Mal mit etwas über 10 km/h. Die anderen blieben eher im 8 km/h-Bereich. Verständlicherweise hatten vor der Einheit einige Athleten Urlaubsanträge gestellt bzw. amtsärztliche Atteste eingereicht. ‘Schade eigentlich’, so die Mannschaftsleitung, ‘wir hätten gern mehr von diesen Überholmanövern 7,8 gegen 8,2 km/h gesehen. Schöne Szenen oben beim Ziel, genau wie in unserem Lieblingslied: Sinking down and waiting for a chance to feel alive.

Skihang am Teufelsberg

Sieht doch ganz harmlos aus. Schnee lag heute auch nicht. Achtmal 400m, eigentlich lächerlich, meinte die Mannschaftsleitung.

Britzer Rede der Mannschaftsleitung

Anläßlich des Sieges beim Team-Halbmarathon ‘Rund um den Britzer Garten’ hielt die Mannschaftsleitung eine Rede, die die älteren Zuhörer an Worte erinnerte, die sie irgenwo schon mal gehört hatten. Einige sagten etwas von Gettysburg oder so. Mehr war bis zum Abend allerdings nicht zu erfahren, die Mannschaftsleitung verschwand nach der Verlautbarung kommentarlos. Inside Insanity dokumentiert den Wortlaut der Rede:

Vor zwei Monaten gründete die Mannschaftsleitung auf diesem Kontinent ein neues Triathlon Team, in Freiheit gezeugt und dem Grundsatz geweiht, dass alle Triathleten gleich geschaffen sind. Nun stehen wir in einem großen Wettbewerb, um zu erproben, ob dieses oder jedes andere so gezeugte und solchen Grundsätzen geweihte Team dauerhaft bestehen kann. Wir haben uns auf einem großen Sportplatz dieses Wettbewerbs versammelt. Wir sind gekommen, einen Teil dieses Feldes jenen als letzte Ruhestätte zu weihen, die hier ihre letzten Körner gaben, damit dieses Team siegen möge. Es ist nur recht und billig, dass wir dies tun. Doch in einem höheren Sinne können wir diesen Boden nicht weihen – können wir ihn nicht segnen – können wir ihn nicht heiligen. Die tapferen Triathleten, Frische wie Erschöpfte, die hier kämpften, haben ihn weit mehr geweiht, als dass unsere schwachen Kräfte dem etwas hinzufügen oder etwas davon wegnehmen könnten. Die Welt wird wenig Notiz davon nehmen, noch sich lange an das erinnern, was wir hier sagen, aber sie kann niemals vergessen, was jene hier taten. Es ist vielmehr an uns, den Lebenden, dem großen Werk geweiht zu werden, das diejenigen, die hier kämpften, so weit und so edelmütig vorangebracht haben. Es ist vielmehr an uns, geweiht zu werden der großen Aufgabe, die noch vor uns liegt – auf dass uns die edlen Sieger mit wachsender Hingabe erfüllen für die Sache, der sie das höchste Maß an Hingabe erwiesen haben – auf dass wir hier einen heiligen Eid schwören, dass diese Triathleten nicht vergebens gelaufen sein mögen – auf dass dieses Team, unter Gott, eine Wiedergeburt der Freiheit erleben – und auf dass die Mannschaftsleitung, durch das Team und für das Team, nicht von der Erde verschwinden möge.

Mannschaftsleitung des Leidig24 Triathlon Teams
Berlin, Sportplatz an der Windmühle, 11. November 2012

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